FC St. Pauli – Fanszene positioniert sich mit Choreografie klar gegen Pläne der Innenministerkonferenz (IMK)

Hamburg, 4. Mai 2026
Im Rahmen des gestrigen Heimspiels des FC St. Pauli gegen den 1. FSV Mainz 05 setzte die Fanszene des FC St. Pauli zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einer tribünenübergreifenden Choreografie unter dem Slogan „NO IMK“ ein Zeichen gegen die Pläne der Innenminister*innenkonferenz (IMK)
 
Die Choreografie ist Teil einer bundesweiten Kampagne organisierter Fußballfanszenen, die sich kritisch mit den geplanten Maßnahmen und dem politischen Kurs der Innenminister*innen zum Thema Fußball und Fankultur auseinandersetzen. Im Zentrum der Kritik stehen insbesondere mögliche Verschärfungen der Stadionverbotsrichtlinien, die Diskussion um personalisierte Tickets, die Verlagerung von Polizeikosten auf Vereine sowie zunehmende Eingriffe in die Rechte von Fußballfans.
„Die heutige Choreografie ist ein Ausdruck gelebter Fankultur und gleichzeitig ein politisches Signal. Fußballfans sind ein wesentlicher Bestandteil des Spiels – ihre Rechte und ihre Kultur dürfen nicht zum Spielball populistischer Forderungen der Innenminister*innen werden“, erklärt dazu die Braun-Weiße Hilfe, die Fanhilfe des FC St. Pauli.
Bereits im Vorfeld des gestrigen Spieltages hatte die Gruppe „Ultrà Sankt Pauli“ als Teil des Bündnisses „Fanszenen Deutschlands“ eine ausführliche Stellungnahme mit dem Titel „Wir lassen uns nicht spalten – Innenminister: Feinde der Fankultur!“ veröffentlicht. Kritisiert wird darin die Intransparenz im Vorfeld der Innenministerkonferenz (IMK), die im Juni 2026 in Hamburg stattfinden wird. Ankündigungen der Politik, Fans eine Teilhabe auf Augenhöhe zu ermöglichen, seien nicht eingehalten worden. Außerdem kritisieren die Ultras des FC St. Pauli eine zunehmende Eskalation im Umgang mit Fans durch politische Entscheidungsträger*innen und Sicherheitsbehörden.

 

Die tribünenübergreifende Choreografie greift die Kritik an den diskutierten Vorhaben der Innenminister*innen auf. Sie steht symbolisch für die wachsende Besorgnis der Fanszenen über eine Entwicklung, die aus ihrer Sicht die lebendige Fankultur im deutschen Fußball gefährdet. Gleichzeitig richtet sich die Aktion gegen Versuche, Fußballfans in „gute“ und „schlechte“ Gruppen zu spalten.
„Dass sich Kritik nicht mehr nur auf den Heimtribünen äußert, sondern sogar in Form von Bannern bei den Gästen aus Mainz sichtbar wird, zeigt eindrucksvoll, wie wichtig dieses Thema für viele Fußballfans ist – und zwar weit über Vereinsgrenzen hinaus. Die hohe Beteiligung unterschiedlichster Menschen sendet ein starkes Signal an die Politik, die diskutierten Verschärfungen nicht weiter voranzutreiben und Fußballfans endlich eine Teilhabe auf Augenhöhe zu ermöglichen. Den Versprechungen der Innenminister müssen nun endlich Taten folgen, statt weiterhin an intransparenten Absprachen hinter verschlossenen Türen festzuhalten“, so die Braun-Weiße Hilfe.
Die Kampagne gegen die Pläne der IMK wird vom Bündnis „Fanszenen Deutschlands“ getragen, in dem sich aktive Fanszenen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengeschlossen haben. Im März 2026 kamen Vertreter*innen von über 50 Fanszenen zusammen, um sich über die aktuellen Entwicklungen auszutauschen und gemeinsame Forderungen zu formulieren.
Zu den zentralen Forderungen gehören:
  • der Stopp geplanter Verschärfungen der Stadionverbotsrichtlinien
  • mehr Transparenz und echte Einbindung von Faninteressen durch Verbände
  • die Einrichtung unabhängiger Ermittlungsstellen zur Aufklärung von Polizeigewalt
  • eine sachliche und faktenbasierte Debatte statt politischem Populismus
Die Fanhilfe des FC St. Pauli (Braun-Weiße Hilfe) unterstützt das Anliegen, auf die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen aufmerksam zu machen und eine breite öffentliche Diskussion anzustoßen. Aus ihrer Sicht ist es notwendig, die Perspektiven von Fußballfans stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen und rechtsstaatliche Standards konsequent zu wahren.

 

Für Rückfragen und weitere Informationen steht die Fanhilfe des FC St. Pauli zur Verfügung.

 

Kontakt:
Braun-Weiße Hilfe (Fanhilfe des FC St. Pauli)